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Kinder gekonnt an Kunst heranführen.

  • Circa 5 Minuten Lesezeit

Wer ein großes Interesse an Kunst und Kultur zeigt, hat dieses oft aus einem Umfeld übernommen, in dem diese Werte bereits gelebt wurden. Museumspädagog:innen sind sich darin einig, dass das Verhalten von Bezugspersonen einen erheblichen Einfluss auf die Beziehung von Kindern zur Kunst hat. Bezugspersonen, die Freude an Kunst und Kultur empfinden und diese als Bereicherung sehen, vermitteln diese Einstellung oft unbewusst weiter. Genau dieses positive Miterleben kann genutzt werden, um Kindern den Zugang zur Welt der Kunst gezielt und inspirierend zu ermöglichen.

Können Kinder Kunst verstehen?

Kinder nehmen ihre Umgebung – und damit auch die Kunst – auf eine andere Weise wahr als Erwachsene. Während Erwachsene oft an Hintergrundwissen wie Biografien oder den Schaffensprozess eines Künstlers anknüpfen, betrachten Kinder ein Kunstwerk zunächst ohne Vorbehalte und ohne diese zusätzlichen Informationen. Für sie steht das Werk selbst im Mittelpunkt, und ihre Wahrnehmung orientiert sich oft an einer spontanen Bewertung wie „schön“ oder „nicht schön“.

Genau hier kann ein Missverständnis zwischen Erwachsenen und Kindern entstehen. Wenn ein Werk von einem Kind als „nicht schön“ empfunden wird, erlahmt das Interesse oft, sich weiter damit auseinanderzusetzen. In solchen Momenten ist es wenig sinnvoll, Kinder vom künstlerischen Wert eines Werkes überzeugen zu wollen. Es geht dabei nicht darum, dass sie bereits komplexe Kategorien wie Epochen oder Baustile erkennen – solche Fähigkeiten entwickeln sich erst später. Ein belehrender Ansatz kann schnell dazu führen, dass Kunst als langweilig empfunden wird. Das Ziel, Kinder an Kunst heranzuführen oder in ihrer Kreativität zu fördern, wird so möglicherweise eher gehemmt als unterstützt.

Kinder können Kunst von Natur aus

Warum brauchen Kinder Kunst? Es liegt in unserer DNA. Jeder, der sein Kind bewusst im Alltag beobachtet, weiß, dass Kinder von Natur aus kreativ sind. Rollenspiele sind eigentlich nichts anderes als eine Vorstufe des Theaters. Und fast jedes Kind geht gern mit Farben und Stiften um. Kinder wollen aber nicht nur kreativ sein. Mit dem Ausprobieren wollen sie auch Spuren hinterlassen. Das Bild, das voller Stolz den Eltern überreicht wird, der Stapel von kleinen Steinen im Garten, der ein „Haus“ sein soll – sie wünschen sich, dass etwas zurückbleibt und sind damit dem Künstler doch bereits sehr nah. Kinder starten somit schon früh zu Hause mit dem Thema Kunst.

Im Alltag Kinder in Kunst fördern

Wie in vielen anderen Lebensbereichen übernehmen Eltern eine zentrale Vorbildfunktion. Nur mit einer offenen Haltung gegenüber künstlerischen Ausdrucksformen lässt sich diese Offenheit auch bei Kindern fördern. Positive Impulse können bereits ab dem Kindergartenalter gesetzt werden.

Beobachtung und Neugier sind essenziell für die Entwicklung der künstlerischen Fähigkeiten eines Kindes. Schon kleine Dinge im Alltag können dabei helfen, diese Fähigkeiten zu fördern, wobei das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt steht. Kinder für Kunst zu begeistern und gleichzeitig zu fördern bedeutet vor allem: aktiv teilzunehmen.

Das wichtigste Element bei all diesen Aktivitäten ist, das Kind aufmerksam zu beobachten und herauszufinden, was besonders viel Freude bereitet. Wenn ein Kind lieber mit Ton arbeitet, während Malerei weniger interessiert, sollte darauf eingegangen werden. Im Vordergrund steht nicht die „Qualität“ der Werke, sondern das positive Erleben des kreativen Prozesses. Genau dieses Erleben bildet die Grundlage für die Entwicklung künstlerischer Fähigkeiten.

Hilfe, ich muss ins Museum: So klappt der Museumsbesuch

Viele Kinder und Jugendliche empfinden Museumsbesuche oft als langweilig, besonders wenn sie das Gefühl haben, dazu gezwungen zu werden. Viele Erwachsene können sich sicher an ähnliche Erfahrungen aus der Schulzeit erinnern: In großen Gruppen wird im Eiltempo durch eine Ausstellung geführt, während Lehrer:innen versuchen, Werke umfassend zu erklären oder diese Aufgabe an das oft wenig motivierte Personal vor Ort abgeben. Dabei bleibt wenig Raum für echtes Interesse oder Freude an der Kunst.

Bei solchen Besuchen fehlt meist die Zeit, um vor einem Exponat innezuhalten und es auf sich wirken zu lassen. Hinzu kommt der Druck, aufmerksam zu sein, da das erworbene Wissen häufig geprüft wird. Kinder begegnen Kunstwerken zunächst neutral und offen. Um diese Offenheit zu bewahren und positive Erlebnisse zu schaffen, ist es sinnvoll, frühzeitig ansprechende Erfahrungen zu ermöglichen. Viele Museen haben hierfür spezielle Angebote entwickelt, die mehrere Sinne einbeziehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg etwa bietet regelmäßig interaktive und erlebbare Ausstellungen an.

Erfahrungen, die nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch und greifbar sind, hinterlassen nachhaltigere Eindrücke und werden als spannender empfunden. Wichtig ist zudem, ausreichend Zeit für diese Erfahrungen einzuplanen. Ein Museumsbesuch wird besonders entspannt und ansprechend, wenn er außerhalb der Stoßzeiten – wie nachmittags oder in den Ferien – stattfindet. Vor Ort sollte das Kind selbst entscheiden können, was es interessiert. Mit dieser Freiheit wird ein Museumsbesuch nicht nur lehrreich, sondern auch zu einem Erlebnis, das Freude bereitet.

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