Adventszeit, heute basteln die Kinder in der Kita einen Stern – aber nicht alle Kinder. Elias, dessen Eltern Juden sind, fasst die Bastelsachen nicht an. „Der Stern ist doch christlich, es geht ja um die Geburt von Jesus. Ich bin kein Christ. Darf ich da denn mitmachen?“ Natürlich, sagt die Erzieherin. Elias ist noch unschlüssig, er fragt sich, ob seine Mama dann nicht böse wird. Die Erzieherin beruhigt ihn: „Bestimmt nicht. Aber wir können sie ja auch kurz anrufen und fragen, wenn Du magst.“
Es ist normal, verschieden zu sein. Auch und besonders in religiöser Hinsicht. Aber das gilt nicht nur für Religionen, es bezieht sich ebenso auf Essgewohnheiten, kulturelle Bräuche, Traditionen.
In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ist festgeschrieben, dass diese Verschiedenheit im Geist der Toleranz und der Begegnung erlebt werden sollte. Die Konvention besagt in Artikel 29, Absatz 1d, dass die Bildung darauf gerichtet sein muss, das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung des Friedens, der Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft zwischen allen Völkern und ethnischen, nationalen und religiösen Gruppen vorzubereiten.